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Medikamente als Nährstoffräuber

Gut zu wissen...
die Wirkung eines  Medikamentes bezieht sich nicht nur auf eine bestimmte Erkrankung, gegen die es eingenommen wird, sondern hat als Folge des Wirkungsverlaufes auch Einfluß auf eine Reihe von Stoffwechselprozessen. Im Ergebnis kann es vorkommen, dass ein Patient unbemerkt in eine Mangelversorgung abgleiten kann.

So kann es bei der Therapie des Bluthochdruckes (Hypertonie) und der chronischen Herzinsuffizienz mit ACE- Hemmern (Captopril, Enalapril, Lisinopril, Ramipril) zu einer Hemmung der Zinkaufnahme kommen.

Zur Deckung eines verstärkten Mikronährstoffbedarfs bei der Einnahme von ACE-Hemmern empfiehlt sich die Einnahme von "mediBalance® ACE" von nicapur zur maßgeschneiderten Nahrungsergänzung.

Wir beraten Sie gern!

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www.nicapur.at/web/medibalance/medibalanceace


Blühendes Leben

Probiotika Eine gesunde Darmflora beugt Darmerkrankungen vor und ist für ein funktionierendes Immunsystem unentbehrlich

Forschungsergebnisse zur Darmflora überraschen immer wieder: Neuen Erkenntnissen zufolge soll ihre Zusammensetzung darüber entscheiden, ob ein Mensch übergewichtig wird. Die Darmflora Übergewichtiger bildet offenbar mehr kohlenhydratspaltende Enzyme, sodass mehr Energie aus der Nahrung gewonnen wird. Derzeit untersuchen Forscher, ob der gezielte Einsatz von Probiotika Übergewicht und seinen Folgen vorbeugen kann.

Im menschlichen Darm leben mehr als hundert Billionen Milchsäure-, Bifido- und Colibakterien – schätzungsweise bis zu 3000 verschiedene Arten. „Der erste Kontakt mit diesen Keimen findet im Geburtskanal statt“, berichtet Katrin Hupert aus Oberhausen, die sich in ihrer Apotheke auf Darmgesundheit spezialisiert hat. „Die Leistungsfähigkeit des Immunsystems hängt entscheidend von der erfolgreichen Besiedelung des Darms ab.“ Die Darmflora überzieht die Oberfläche der Schleimhaut wie ein schützender Rasen und wehrt Krankheitserreger ab.

„Durch Stress, Fehlernährung, Mikronährstoffmangel und entzündliche Prozesse kann die sensible Darmökologie gestört werden“, erklärt Apothekerin Hupert. „Auch Arzneimittel wie Antibiotika, Kortison, Entzündungshemmer und Krebsmedikamente schädigen die Darmflora.“
Gewinnen Krankheitskeime die Oberhand, drohen Magen- Darm-Infekte, Verdauungsstörungen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Zudem gibt es Hinweise, dass häufige Infekte und Allergien begünstigt werden. „Bei all diesen Erkrankungen und bei Arzneimitteltherapien können probiotische Bakterien das natürliche Gleichgewicht im Darm wiederherstellen“, sagt Hupert. „Bei Säuglingen, die per Kaiserschnitt entbunden wurden, unterstützen sie die Erstbesiedelung des Darms.“

Probiotika (griechisch: „für das Leben“) sind lebende Mikroorganismen, welche eine geschädigte Darmflora ins Gleichgewicht bringen sollen. Zum Einsatz kommen verschiedene Milchsäure-, Bifido- und Colibakterien sowie bestimmte Hefepilze.

Vielfältige Angriffspunkte
Einige Vorstellungen zur Wirkungsweise von Probiotika mussten korrigiert werden. „Wir wissen inzwischen, dass sie die Zusammensetzung der Darmflora nicht direkt verändern können“, betont Professor Stephan Bischoff, geschäftsführender Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim. „Dafür sind die aufgenommenen Mengen zu gering.“
Stattdessen gehen Forscher davon aus, dass Probiotika die biologische Funktion der Darmzellen beeinflussen. „So regen zum Beispiel bestimmte Colibakterien die Schleimhautzellen an, vermehrt körpereigene Antibiotika – sogenannte Defensine - zu bilden“, erläutert Bischoff. Für einige Milchsäurebakterien konnte eine direkte antibakterielle Wirkung nachgewiesen werden. Probiotika regen die Becherzellen im Darm an, mehr schützenden Schleim zu bilden, sie verstärken die Verbindun gen zwischen den Zellen der Darmwand und erhöhen die Produktion von Immunglobulin A in den Abwehrzellen der Darmschleimhaut. Dieser Antikörper bekämpft vor allem Viren. „Dank ihrer vielfältigen Angriffspunkte wirken Probiotika unabhängig vom Erreger“, erklärt Hermann Feldmeier, Professor am Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Berliner Charité. „Deshalb eignen sie sich gut zur Vorbeugung und Behandlung von infektiösen Durchfallerkrankungen.“ Eine Prophylaxe sei vor allem bei Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Bedingungen wichtig. Feldmeier empfiehlt, am Ankunftstag mit der Einnahme zu beginnen und sie für die Dauer der Reise fortzuführen. „Das ersetzt aber nicht die üblichen Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf Getränke und Speisen“, warnt er.

Wirksam gegen Durchfall
Auch nach einer Antibiotikatherapie unterstützen Probiotika die geschädigte Darmflora. „Leider töten Antibiotika nicht nur Krankheitserreger ab, sondern auch nützliche Darmbakterien“, erklärt Hupert. Deshalb kommt es oft zu Magen- und Darmbeschwerden. „Ein häufiger Erreger antibiotikabedingter Durchfälle ist der schlecht zu behandelnde Problemkeim Clostridium difficile“, sagt  Mikrobiologe Hermann Feldmeier. Laut einer aktuellen kanadischen Studie senken Probiotika die Häufigkeit clostridiumbedingter Durchfälle um 66 Prozent. „Bis zu zehn Tage nach einer Antibiotika-Therapie sollte deshalb ein Probiotikum mit mehreren Bakterienstämmen eingenommen werden“, rät Apothekerin Katrin Hupert. Eine therapiebegleitende Einnahme macht dagegen nur Sinn, wenn die Probiotika nicht vom Antibiotikum zerstört werden. „Am besten eignen sich Lactobacillus acidophilus und der Hefepilz Saccharomyces boulardii“, urteilt Feldmeier.

Auch Patienten mit Reizdarmsyndrom oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können profitieren: „Beim Reizdarm ist die Datenlage inzwischen so gut, dass die ärztliche Leitlinie Probiotika als Therapieoption aufgenommen hat“, sagt Ernährungsmediziner Bischoff. Was die möglichen positiven Effekte auf das Immunsystem angeht, ist er skeptisch: „Die Studien zu Allergien und Infektanfälligkeit sind so widersprüchlich, dass wir derzeit keine allgemeinen Empfehlungen aussprechen können.“ Probiotische Bakterien finden sich in Lebens-, Nahrungsergänzungs- und Arzneimitteln. Laut Bischoff sind die enthaltenen Stämme wichtiger als die Art des Produkts. „Wer viele Medikamente nehmen muss, bevorzugt oft probiotischen Joghurt; auf Reisen sind Kapseln praktischer.“ Apothekerin Hupert empfiehlt Präparate mit magensaftresistentem Überzug: „Dann werden die probiotischen Bakterien im Magen nicht zerstört. “

Quelle: Apotheken Umschau Juni B/2013 – Autorin: Barbara Kandler-Schmitt